Am 28. April hat die Ratsgruppe Grüne / FDP / LINKE. einen Antrag in den Ausschuss für Sport, Kultur und Tourismus eingebracht um weitere Erinnerungsorte in der Gemeinde Sande sichtbar zu machen. Im Detail handelt es sich hierbei um das ehemalige Kriegsgefangenen-Lager „Sander Mühle“ am Ems-Jade-Kanal, sowie das zivile Zwangsarbeiter-Lager „Sande-Neufeld“.

Die Lager sind Teil der Sander Ortsgeschichte und zeugen von einem der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Insbesondere im Bereich des Zwangsarbeiterlagers, in dem heutzutage Eigentumswohnungen vorzufinden sind, erkennt man bei bewusster Betrachtung den einstigen Charakter der Bauten. Ein konkreter Hinweis auf die genaue Geschichte ist bisher noch nicht gegeben.

Erinnerungsorte sind jedoch wichtig um sich dieser Vergangenheit bewusst zu werden und das Leid der untergebrachten Menschen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Außerdem dienen sie als Mahnung Geschichte nicht wiederholen zu lassen.

Laut Antrag der Gruppe möge die Gemeinde gemeinsam mit dem Zweckverband Schlossmuseum Jever entsprechende Schilder bzw. Stelen gestalten und aufstellen.

Im Zwangsarbeiterlager wurden in Höchstzeiten bis zu 6.000 Zwangsarbeiter*innen untergebracht. Sie mussten in Stuben mit bis zu 8 Menschen wohnen und mussten auf hygienische Standards weitestgehend verzichten. Diese Menschen wurden von der Gestapo überwacht und diszipliniert.

Im Kriegsgefangenenlager Sander Mühle wurden zudem bis zu 600 Kriegsgefangene untergebracht. Mindestens 19 Menschen starben dort. Die Kriegsgefangenen wurden zu harter körperlicher Arbeit gezwungen und erhielten keine ausreichende Versorgung. Der Gruppe ist es wichtig diese Orte im Sander Ortsbild sichtbar zu machen und hofft hierfür auf eine breite Mehrheit im Rat.

Eingang des ehemaligen Zwangsarbeiter-Lagers Sande-Neufeld, noch erinnert nichts an diese Vergangenheit.

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