Moin Ihr Lieben,

mein Urlaub ist vorbei! Das ist allerdings schon eine gute Woche so… Ihr wisst ja, dass meine Homepage ein Mix aus Politischem und persönlichem Blog ist. Daher spreche ich hier ein wenig darüber. Ich erzähle wie mein Urlaub war, aber auch wie es mir geht oder ging oder wie auch immer. Wen das nicht interessiert, der darf gern skippen, denn: Ich habe aus dem Urlaub auch ein paar Dinge mitgenommen. Dinge, die geschehen sind und die ich unbedingt kommentieren möchte, Dinge, über die ich intensiv nachdenke und grübeln muss, wo mich ggf. sogar Eure Gedanken interessieren (solange sie halt konstruktiv sind).

Wie geht es mir?

Das ist wohl eine sehr gute Frage, so sollte man ja eigentlich denken, dass man aus dem Urlaub erfrischt und mit neuer Energie nach Hause kommt. Das ist prinzipiell richtig, aber wie Ihr wisst tickt mein Hirn etwas „neurodivers“. Von meinem ADHS wisst Ihr längst und auch, dass ich mit einer rezidivierenden (wiederkehrenden) Depression zu kämpfen habe ist vermutlich kein Geheimnis, auch wenn ich das ggf. noch nie so direkt ausgesprochen habe. Ich muss gestehen: Ich weiß das grad gar nicht xD

Aber vorweg: Der Urlaub war super! Mein persönliches Highlight war gewiss das Rockharz Festival, das seit 2011 mein absolutes Herzens-Festival ist. Aber auch die Tour nach Berlin war schön und wir waren beispielsweise im Wolfcenter Dörverden.

So gut das Ganze auch dem Kopf und Körper tat (naja, letzteres vielleicht gar nicht so sehr), es fiel mir letzte Woche wirklich super schwer wieder in Tritt zu kommen und meinen Alltag zu finden. Nein, ich habe keine bekannte autistische Störung on top, aber das ADHS mit allen Komorbiditäten langt da auch völlig 😉 Ein geregelter Alltag ist für mich definitiv förderlich. Diesen Alltag hatte ich die letzten paar Wochen auch mit Hilfe von Frank und dem Podcast, gefunden. Wenige Tage an denen mich die Depression kickte und ich war wirklich sehr produktiv. Die Freude auf den Urlaub also überragend! Allerdings drei völlig unterschiedliche Wochen, viel gelaufen, viel erlebt und verarbeitet, das hat dann seine Spuren hinterlassen. In der vergangenen Woche habe ich den Poppes kaum richtig hochgekriegt, selbst am Kochen fand ich kein Vergnügen.

Aber nun gut, neue Woche, neues Glück, nun packe ich es wieder an! Das längst überfällige und bereits am 27. Juni aufgezeichnete Sommerspecial Teil 2 des Podcasts ist endlich geschnitten und hochgeladen. Das findet Ihr notfalls hier! Teil 3 mache ich dann heute oder morgen auch noch fertig. In der Küche ist das Fleisch gewürzt für die heutige Bacon-Bomb, die gewünscht wurde, heute Abend eine Online-Gruppensitzung, ich habe bereits ein paar Mails hin- und hergeschickt wegen meiner beruflichen Zukunft und sitze hier und tipper diesen Text. HURRA…. oder sollte ich mich besser jetzt noch schnell bremsen? 😉

Nein, macht Euch bitte keine Sorgen um mich! Auch wenn die letzte Woche eher zum Vergessen gewesen ist: Es ging mir auch letzte Woche sehr gut, immer gemessen an dem, was ich bereits durchlebt habe und ich habe inzwischen gute Strukturen in meinem Umfeld, dass es unwahrscheinlich ist, dass mich sowas wieder dort hineinreißt. Aber vielen Dank für Eure Gedanken 🙂

Das Festival

Satan-Düvel tat das mal wieder gut! Ich war 2015 das letzte Mal auf dem Rockharz-Festival in Ballenstedt. Seither ist halt auch viel passiert, aber das würde wie oben in eine eher düstere Zeit meiner jüngeren Vergangenheit gehen, daher erspare ich Euch das zur Abwechslung. Aber ich möchte an dieser Stelle mal Werbung für Festivals machen 😉

Festivals sind der perfekte Restknopf für den Kopf! Ja, die meisten Bilder und Videos, die Ihr so kennt sind wohl absolut korrekt, aaaaber dennoch ist es einfach wundervoll. Der Körper leidet auf verschiedene Arten: Hitze, Kälte, Regen, Sonne, Lärm, stundenlanges Stehen, ungesundes Essen, Alkohol, Prellungen (wer gerne moshen geht) und und und. die Liste ist wohl lang. Aber hey, das Ganze ist dann im gesamten doch eher „Eustress“, also der „gute“ Stress.

Auf einem Festival befindet Ihr Euch in einer eigenen kleinen Welt! Ein wunderschönes Utopia sozusagen, denn hier hilft wirklich jeder jedem und man kann und darf so blöd sein wie man möchte, solange man damit keinen anderen großartig belästigt. Die Einzelfälle die hier aus der Art schlagen und doch noch etwas anderes sind (auf dem Platz klauen, pöbeln, belästigen, etc.), fallen entweder kaum auf, oder ihnen wird vom Rest einfach mal ne klare Kante gezeigt!

In vielen Bereichen trifft dies auf so gut wie alle Festivals zu. Ich war schon so einigen, dem Wacken, Hurricane, Omas Teich, Neuborn Open Air, Metalfest, Rock Area,…. ein paar davon gibt es glaub ich schon gar nicht mehr. Das Wacken (WOA) beispielsweise ist für mich persönlich ein viel zu großer Zirkus geworden. Ja klar, durch die Größe und dem was es geworden ist, kann sich das WOA verdammt geile Bands wie Maiden leisten, aber ich hinterfrage den ganzen Firlefanz drum herum. Aber hierzu führe ich auch zuhause immer mal wieder Diskussionen. Vor allem aber frage ich mich: Muss ich über 300 Euro für ein Festival bezahlen, wenn ich am Ende allein schon durch meine „Behinderungen“ eh weit hinten stehe und nur auf die Leinwand blicke?

Dank der Telekom kann ich auch dieses Jahr wieder das WOA von zuhause auf dem Sofa aus genießen. Also auch auf der Leinwand, allerdings ohne Matsch und ziemlich trocken. Die Werbung für die Telekom mache ich gern, denn sie hat auch beim Rockharz gut gepunktet: Sie haben einen zusätzlichen Sendemast aufgebaut und für ausreichend Netz gesorgt. Ich konnte jederzeit meine Bilder hochladen, im Camp Musik über Spotify hören und die Nachrichten verfolgen.

Aber auf allen Festivals war die Stimmung stets gleich! Mein kleines Utopia…. Und auch wenn ich der Überzeugung bin, dass insbesondere unter Fans der härteren Töne stets deutlich mehr Harmonie herrscht und weniger Gewalt Platz findet (hierzu gibt es tatsächlich empirische Belege), spreche ich dies ohne dort gewesen zu sein auch den anderen Festivals zu. Also denen anderer Musikrichtungen. Immerhin: Ich war auf dem Hurricane und die Stimmung war auch auf diesem Quer-Beet-Pop-Festival super.

Liebe Hurricane-Organisatorinnen: Es tut mir wirklich Leid, aber ich bin nun erwachsen geworden!

Aber ich habe auch im Nachgang Bilder vom Deichbrand gesehen und war echt geschockt! Der Campground sah ja aus wie Sau… Schlimm! Ja, so ähnlich habe ich das auf dem Hurricane damals auch „gelernt“, als ich mein erstes Festival erlebt hatte: „Ach Torge, wirf den Müll einfach auf den Boden und lass ihn liegen!“. Ich schäme mich dafür, dass ich das damals mitgemacht und verteidigt habe. Liebe Hurricane-Organisatorinnen: Es tut mir wirklich Leid, aber ich bin nun erwachsen geworden!

Als wir das Rockharz-Festival am Sonntag danach verlassen haben und einen Blick über das Gelände haben schweifen lassen war ich mega stolz auf die Community! Satan war das alles ordentlich und sauber. Die wenigen Ausnahmen blende auch ich hier wieder aus, davon ab: ich weiß aus den Gruppen, dass es sie gab, aber ich habe sie wirklich nicht gesehen. Die „faulsten“ unter den Besucherinnen haben den ganzen Müll immerhin noch in Säcken gesammelt und ordentlich bei den Dixis gestapelt. Das Deichbrand würde nun sagen: Jammern auf hohem Niveau!

Das Lineup dieses Jahr war gut, wenn auch nicht das beste für mich. Dennoch kam ich auf meine Kosten und habe vermutlich mehr Bands gesehen als die letzten Jahre meiner aktiven Festival-Karriere. Die Tickets für das nächste Jahr sind auch schon bestellt und bezahlt. Wundervoll übrigens: Das Rockharz hat dieses Jahr verkündet, dass man vorerst ans Ende seiner Wachstumsgrenze gestoßen sei. Knapp über 20.000 Besucherinnen, wenn ich das nun richtig im Kopf habe, aber damit wirklich noch überschaubar. Ich glaub auf das Festival gehe ich an anderer Stelle, ggf. bei Gesichtsbuch nochmal mit einem Bericht etwas näher ein.

Ich sagte eingangs bereits, dass Festivals ein Reset-Knopf für den Kopf sind. Das ist einfach mal sowas von klar… Ich weiß vermutlich auch, was mir in all den Jahren, in denen es mit mir psychisch bergab ging (und das begann 2015), gefehlt hat. Ich freue mich wie Bolle auf das nächste Jahr! Bis dahin kommen auf alle Fälle noch ein paar Konzerte. ZSK in Wilhelmshaven (woran ich vermutlich nichtmal ganz unschuldig bin, denn die Band hatte mal online nach Clubs gefragt, in denen sie noch spielen könnten), Heaven Shall Burn in Leer, Wizo in Wilhelmshaven und vermutlich kommt da noch das eine oder andere Konzert hinzu.

Ich habe auf dem Festival auch gute alte Freundinnen wiedergesehen! Leute, die ich ebenfalls mit meinem „Ausstieg“ 2015 das letzte Mal gesehen habe. Darunter Menschen, die ich seit meiner Ankunft in Ostfriesland im Jahre 2003 kenne und mit denen ich verdammt viel Scheiße erlebt habe. Trotz meiner Angst auf sie zu treffen (aus Gründen), war es absolut gegenteilig! Es war fast noch besser als das Festival selbst. Ich könnte weinen vor Freude und ich weiß: Ich muss da noch ein paar Dinge nachholen…

Warum zur Hölle nach Berlin?

Der zweite Teil des Urlaubs, den man erwähnen darf, war die Fahrt nach Berlin! Warum Berlin? … Nun ja, das hat diverse Gründe: Grundsätzlich ist Berlin eine super interessante Stadt, in der man verdammt viel auf Spurensuche durch die Geschichte gehen kann, davon ab wohnt dort mein großer Bruder mit meiner Nichte und meinem kleinen Neffen. Aber ich würde lügen, wenn das nun der Grund ist, warum es nach 2022 in diesem Jahr wieder in die Hauptstadt ging.

An dieser Stelle muss ich ein „Geständnis“ abgeben, das bei vielen meiner politischen Followerinnen vermutlich auf Unverständnis stoßen wird. Aber ich gehe offen damit um, argumentiere allerdings wohl anders, als die meisten das im Netz tun. Ich war auf einem der Rammstein-Konzerte im Olympiastadion…

Ich hoffe der Schock sitzt nicht zu tief! Ich bitte an dieser Stelle übrigens all die, die sich über die Vorwürfe und die Medien, ggf. sogar über die betroffenen Frauen aufregen wollen an dieser Stelle mit dem Lesen aufzuhören und meine Seite einfach zu verlassen!

Ich weiß, dass ich mich hier in einem moralischen Dilemma befinde. Ich berufe mich immer wieder auf die Moral und Ethik, das werde ich auch zukünftig machen, aber eben deshalb ist es mir wichtig offen damit umzugehen. Konzertfotos, oder -Videos habe ich mir bewusst gekniffen. Auch werde ich keinen Konzertbericht anfertigen, aber einfach nur die Fresse halten ist auch nicht mein Ding. Ich stelle mich meinen Dämonen (so gut ich kann).

Ich hatte Rammstein eigentlich schon lange aufgegeben. Das lag aber nicht an den Personen in der Band, das lag viel eher daran, dass ich sie ab einem gewissen Zeitpunkt einfach langweilig fand. Der Rhythmus der Lieder war stets derselbe, mit den Texten wollte ich mich schon gar nicht groß auseinander setzen und joar…. Was soll der Hype, nur weil sie auch im Ausland gefeiert werden? Das beste Lied damals war für mich Links…2…3…4, weil es ein längst überfälliges politisches Statement war, aber naja, mit dem „Marsch-Sound“ darin war der wiederkehrende Rhythmus ja auch schon hart zu spüren. Ich habe übrigens irgendwo ein 30-minütiges Medley in dem man kaum merkt, dass die Lieder ineinander übergehen xD Ich glaub das Teil hat hart an meinem Fan-Dasein gewerkelt…

Egal, in 2022 hatte ich dann relativ spontan die Möglichkeit zu einem Konzert in Hamburg zu fahren. Ein Kumpel konnte nicht, da er blöderweise nicht frei bekam und so dachte ich mir: Okayyyyy, Du kennst und magst den alten Kram ja, also gib Dir doch einfach mal diese Live-Show, die ja schon seit den 90er Jahren berühmt sind.

Ich bin also hin und kam mit einem fast schon euphorischen Gefühl wieder nach Hause! Kurz eingeschoben: Anja sagte noch während des Konzerts zu mir, dass sie sich fragt was man machen müsse um da vorne in diese Row Zero zu kommen. Sie war schon auf einigen Rammstein-Konzerten und es sei hart auffällig, dass dort vorne immer mega junge und knapp bekleidete Frauen seien.

Das Konzert 2022 war wirklich der Hammer und so habe ich mich dann wieder ein wenig mit Rammstein beschäftigt. Ich habe mir auch die neueren Songs angehört und die Texte beachtet. Ganz ganz wichtig, vor allem in der heutigen Zeit, finde ich vom aktuellen Album das Lied „Angst“. Es ist ganz klar ausgerichtet auf Vorurteile und Rassismus und ein klares Zeichen der Band, dessen meisten Mitglieder vor Rammstein übrigens in Punk-Bands gespielt haben.

Zum Lied Deutschland hat Mirko Drotschmann (Mr Wissen2go) damals ein sehr gutes Video gemacht. Mr Wissen2Go ist übrigens ausgebildeter Geschichtslehrer und ist der Meinung, dass der Song und das Video vor allem in jeden Geschichtsunterricht gehört. Das Video könnt Ihr Euch hier mal eben geben. Warum ich hier so weit ausführe?… Naja, die aktuelle Debatte wird nicht an allen Stellen auf der dringend notwendigen Sachebene geführt. Es werden schon wieder die alten „Nazi-Vorwürfe“ gegen die Band rausgekramt.

Die nerven mich persönlich schon seit Jahren. Im Gegensatz zu rechten Bands wie Böhse Onkelz oder Freiwild haben die Bandmitglieder vorher eben nicht in klar rechten Bands gespielt, sondern meist in Punk-Bands. Das ist schonmal der erste Punkt. Ansonsten höre ich immer nur, dass sie sich rechter Stilmittel bedienen…. Joar, das ist insoweit richtig, dass die Auftritte und Co schon sehr martialisch sind. Bezüglich des gern gerollten „R“ glaube ich allerdings auch eher, dass die Band in Hinsicht auf den Erfolg im Ausland ein gewisses Klischee erfüllen wollte. Aber ehrlich gesagt hatte ich damit nie wieder beschäftigt.

Die PARTEI arbeitet übrigens auch gern mit diesen Dingen. Auf eine künstlerische und satirische Art und Weise. Die Jugendorganisation nennt sich Hintner-Jugend und rennt gern in Flecktarn rum. Martin Sonneborn tauchte in Uniform auf einer Buchmesse auf und und und…. Warum? Nun ja, man zeigt mitunter auf, was grad in der Welt passiert. Auf der Buchmesse waren rechte Verlage anwesend. Die Nazis von heute bedienen sich übrigens ähnlicher Stilmittel wie damals, nur nicht mehr so offensichtlich martialisch. Aber das Prinzip, was hinter der Kameradschaft in der Hitler-Jugend etc. steckte, das wird noch immer gern genutzt.

Wie gesagt, ich möchte das Thema jetzt nicht weiter vertiefen, aber die Band war immer sehr eindeutig in ihren Statements und mit „Links…2…3…4“, „Deutschland“ (insbesondere im Zusammenspiel mit dem Video) oder auch „Angst“, haben sie ganz klare Botschaften gesendet, die bei Bands wie den Onkelz bis heute fehlen.

Ich würde mir also wünschen, dass die aktuelle Debatte bitte beim Thema bleibt, denn das schulden wir allein schon den Frauen, die hier ihre Stimme erheben! Das Thema Sexismus und Missbrauch ist leider kein rein rechtes Thema, die Band wieder in diese Ecke zu drängen hilft den Frauen nicht. Zumal die Frauen als eigentliche Fans somit mutmaßlich auch in diese Ecke gestellt werden.

Für mich war die Sache eher anders gelagert: Würde ich mir heute nochmal ein Rammstein-Ticket kaufen? … Nein, würde ich nicht!

Das Ticket für das Konzert ist vor knapp einem Jahr gekauft und bezahlt worden, als die Band angekündigt hat, dass sie erneut eine Stadion-Tour machen werden. Der Plan war sie im „Stadion daheim“ sehen zu können, denn die Band ist aus Berlin. Davon ab: Zum Termin in Groningen war das Rockharz längst geplant und München war uns zu weit (ich sage besser nicht, dass es nächstes Jahr zu Metallica in München geht).

Die Tickets sind allerdings einfach viel zu teuer um sie einfach in der Schublade versauern zu lassen. Ja, ich hätte mir irgendwie gewünscht, dass die Online-Petition Erfolg gehabt hätte und die Konzerte abgesagt worden wären. Dann hätten wir vermutlich unsere Kohle zurückbekommen und alles wäre fein gewesen. Ist aber nicht so gelaufen.

Was mich online sehr stört ist die Kommentarspalte von Facebook und Co. Dort kann man absolut nicht darüber reden. In meiner eigenen Bubble bekomme ich vermutlich „Haue“ dafür, dass ich da war, in den öffentlichen Spalten ekel ich mich vor den Fans, die Till Lindemann vehement verteidigen und noch schlimmer auf den mutmaßlichen Opfern rumhacken. Das ist mitunter wirklich widerlich. Mir wurde insbesondere in der Zeit in Berlin immer wieder von Facebook Content zum Thema, auch von lokalen Medien, angeboten. Ich habe mich sehr viel in den Kommentaren ausgetobt und war gefühlt der einzige Konzert-Besucher, der eine Lanze für die Frauen gebrochen hat. Ein Kampf gegen Windmühlen…

Also meine Argumentation ist ganz klar: Das Konzert war einfach viel zu teuer für nen Typ wie mich, als dass ich das einfach so in der Schublade liegen lasse. Der Fan-Sale war übrigens auch keine Option, Ihr glaubt ja nicht, wie viele Tickets dort seit dem Skandal zum Verkauf standen. Ansonsten kann ich nur sagen: Es ist gut, dass die Staatsanwaltschaft in diesem Fall ermittelt und ich hoffe, dass die Wahrheit entsprechend ans Licht kommt. Ich hoffe es für die Opfer, für die Band, für die Fans und für mich…

Wer möchte darf gern mal bei nem Tee oder nem Bierchen mit mir über das Thema diskutieren. Meldet Euch einfach…

Mein touristisches Programm in Berlin

Leute, ich liebe Berlin! Kein Witz… Das Konzert mag der Grund gewesen sein, warum ich letztes Jahr beschlossen habe nach Berlin zu fahren, aber deshalb reist man ja nicht von Mittwoch bis Montag in die Hauptstadt. Nein, das haben wir gemacht, weil Berlin einfach wie oben schon erwähnt, verdammt viel zu bieten hat. Letztes Jahr waren wir da und haben uns das Pergamon-Museum gegeben, mit dem weltgrößten Kronkorken. Darüber hinaus waren wir auf dem Teufelsberg im Grunewald. Hier hat uns die alte Abhörstation der Amis so lange in den Bann gezogen, dass wir das Anschlussprogramm in Hohenschönhausen nicht mehr geschafft haben.

Also war da einfach noch was offen! In diesem Jahr waren wir aber cleverer 😉 Pro Tag gab es nur einen festen Programmpunkt, ggf. mit gebuchter Führung und darüber hinaus hatten wir eine Liste mit Dingen, die man halt so machen kann. Die festen Punkte: Hohenschönhausen, Berliner Unterwelten und Beelitz-Heilstätten.

Ich habe in meiner Ansprache zur Übergabe der Erinnerungsorte in Sande bereits gesagt, dass Zeitzeugen extrem wichtig sind um das Gedenken am Leben zu halten. Dies betrifft aber definitiv nicht nur für die Verbrechen der Nationalsozialisten, sondern auch für die Verbrechen in der DDR. Hohenschönhausen ist ein Stasi-Knast inmitten von Ost-Berlin. Wir durften uns das Gelände und die Gebäude ansehen und wurden von einem ehemaligen Insassen geführt. Was er zu erzählen hatte war schon überwältigend. Die Art und Weise sehr einzigartig. Vielleicht habt Ihr ja mal Lust nach „Henry Leuschner“ zu googlen. Ein bisschen was kann man über ihn finden.

Noch heute hat Henry Munition der Selbstschussanlage in sich, die seinen Kumpel zerfetzt und ihn bei der „Republikflucht“ gestoppt hat. Er hat uns auch noch ein Buch einer anderen Zeitzeugin empfohlen, die bereits mit 14 das erste Mal in Konflikt mit der Stasi geriet. Das Buch ist inzwischen hier im Regal…

Ich könnte wohl sehr viel darüber erzählen, aber das muss man sich wirklich einfach vor Ort geben! Also wenn Ihr nach Berlin fahrt: Unbedingt eine Führung im Stasi-Knast Hohenschönhausen mitmachen und hoffen eine Zeitzeugin als Führerin zu bekommen. Aber auch die Unterwelten sind definitiv ein Muss! Wir haben uns die Luftschutzräume am Gesundbrunnen gegeben. Mega spannend und irgendwie ein ziemliches Labyrinth.

Weitere Bildung gab es dann noch in der Dauerausstellung „Topographie des Terrors“, direkt neben dem Ministerium für Finanzen. Genau an der Stelle, wo früher der Sitz der Gestapo gewesen ist. Aber nehmt Euch unbedingt Zeit. Wir waren lange da und haben leider nicht alles geschafft. Wir müssen also unbedingt nochmal nach Berlin.

Der absolute Kracher war am Wochenende dann allerdings der Besuch der Beelitzer Heilstätten in Brandenburg. Ein Lost Place, der in Teilen saniert und entwickelt wird, in weiteren Teilen nie ein Lost Place wurde und weiterhin genutzt wird und in noch anderen Teilen als eben solch ein Lost Place erhalten wird. Genau hier kann man den Baumwipfelpfad buchen und von oben super über das Gelände und in die verfallenen Gebäude blicken. Darüber hinaus gibt es jedoch die Möglichkeit Führungen in den einzelnen Gebäuden zu buchen. Wir haben uns für die alte Chirurgie entschieden, werden aber sicherlich für das Alpenhaus und andere Gebäude wiederkehren.

Ich merke jetzt schon wieder, dass ich so viel geschrieben habe, dass der Großteil bis hier wohl schon längst ausgestiegen ist. Daher beende ich meine Urlaubs-Ausführung nun relativ knapp mit dem letzten Highlight nach Berlin:

Wolfcenter Dörverden

Auch der Besuch des Wolfcenter knüpft im Grunde wieder an aktuelle politische Themen an. Das Thema wurde ja schon bei der Landtagswahl von verschiedenen Seiten auf die Tagesordnung geschrieben und ich habe mich da immer für den Wolf geäußert. Allerdings musste ich auch gestehen nie einen Wolf gesehen zu haben.

Ich habe mich in den letzten Monaten immer wieder mit diversen Dokumentationen dazu beschäftigt und versucht mich zu bilden. Denn eines ist mir ganz sicher aufgefallen: Die Diskussionen auch hier an der Küste, werden leider viel zu emotional und mal wieder völlig unsachlich geführt. Im Grunde ist eine Diskussion so ja gar nicht möglich.

An meiner Meinung hat sich übrigens sehr sehr wenig geändert. Jetzt weiß ich allerdings deutlich mehr, habe Wölfe gesehen, konnte vor Ort meine Fragen stellen und empfehle es jedem gleichzutun. Fahrt hin und seht es Euch an! Stellt Eure Fragen und überwindet Eure Angst vorm Wolf. Denn nach wie vor gilt: Der Wolf hat hierzulande noch keinen Menschen angegriffen und es ist äußerst unwahrscheinlich, dass er das jemals tun wird. Zumindest aus eigener Initiative heraus.

Vor Ort sind übrigens auch verschiedene Schutzmaßnahmen präsentiert! Also: Hin da, schlau machen und nicht einseitig auf Angstmacherei hören 😉 Wölfe sind wirklich schöne Tiere und nicht unser Endgegner, der Eure Oma frisst und Euch verfolgt.

So, sorry, ich hab keine Lust mehr und gehe nun in die Küche! Ich hab Euch lieb und Ihr werdet dann die Tage noch etwas mehr von mir lesen.

Euer Torge

Ich habe übrigens beschlossen mal wieder etwas mehr Satire zu machen… Back to the roots….

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